Märki Pflegetipps

Allgemeine Grundregeln (für alle Möbel)

Möbel halten am längsten, wenn sie bestimmungsgemäss im Wohnbereich genutzt und regelmässig und materialgerecht gepflegt werden. Für Spezialmaterialien oder bestimmte Kollektionen gelten teils zusätzliche Herstellerhinweise – diese immer zuerst beachten und gut aufbewahren.

Raumklima (Temperatur und Luftfeuchtigkeit)

Empfohlen sind im Jahresdurchschnitt 18–23 °C und 40–55 % relative Luftfeuchtigkeit. Das ist wichtig für Naturmaterialien wie Massivholz, die auf Klimaänderungen reagieren. Im Winter kann die Luft durch Heizen sehr trocken werden.
Zu trockene Luft kann elektrostatische Aufladung begünstigen. Zu feuchte Luft kann Stockflecken oder Schimmel begünstigen (z.B. in Neubauten, wenn zu früh bezogen oder ungenügend getrocknet). Ein Thermometer und Hygrometer im Raum sind sinnvoll.

Licht und Sonne (Ausbleichen und optische Veränderungen)

Sonne und Licht führen über die Zeit zu Farb- und Strukturveränderungen (Ausbleichen) bei Stoff, Leder, Holz, Stein und Oberflächen. Das ist üblich und materialtypisch und betrifft meist die Optik, nicht die Funktion. Für geeignete Schutz- und Pflegeprodukte (Öl, Wachs, Lack in passender Dosierung) im Fachhandel beraten lassen. Wenn Sie spezifische Fragen zu Ihrem Produkt haben, wenden Sie sich an die Filiale, in der Sie sich beraten lassen haben oder beim Kundendienst.

Aufstellen und ausrichten (Stellplatz)

Möbel müssen gerade und ausgerichtet stehen. Bei feuchten Wänden Mindestabstand einhalten, sonst drohen Feuchtigkeitsschäden und Geruch. Bei Fussbodenheizung auf ausreichende Luftzirkulation achten.

Schnellhilfe bei Flecken (Stoff, Mikrofaser, Kunstleder, Glattleder)

Grundsatz: Flecken und Verschmutzungen möglichst sofort entfernen.

  • Lose Krümel/Flusen/Haare vorsichtig abbürsten oder mit Polsterdüse bei niedriger Saugleistung absaugen.
  • Fett- oder säurehaltige Verschmutzungen: mit lauwarmem destilliertem Wasser und sauberem Tuch/Schwamm reinigen. Seifenlösung nur stark verdünnt einsetzen (ca. 3 %, max. 5 %). Immer zuerst von Naht zu Naht, dann grossflächig. Danach mit nebelfeuchtem Tuch und destilliertem Wasser grossflächig nachreinigen.
  • Eiweisshaltige Flecken (z.B. Blut, Urin): eiskaltes Wasser verwenden. Wichtig: Nicht reiben, sondern Feuchtigkeit mit trockenem Tuch abtupfen. Kein Föhn. Im feuchten/nassen Zustand nicht benutzen. Nach Nassreinigung vollständig trocknen lassen.

Hinweis: Durch Reinigung können Imprägnierungen reduziert werden – danach geeignete Imprägnierung/Pflege wieder auffrischen.

Polstermöbel: Nutzung, Abfärbungen, Wellen und Mulden

Polstermöbel müssen Belastung, Reibung, Licht, Wärme und Staub aushalten. Tabakrauch, Schweiss, Kosmetika sowie Pflegeverhalten beeinflussen die Lebensdauer. Grober Jeansstoff mit derben Nähten kann Bezüge schädigen und abfärben; Klettbänder/Nieten sowie Haustierkrallen sind kritisch.
Wellen- und Muldenbildung („Einsitzen/Einliegen“) ist normal. Sitzpositionen regelmässig wechseln (Lieblingsplatz-Effekt vermeiden). Je stärker das Bezugsmaterial und je grösser die verpolsterte Fläche, desto eher entstehen Falten/Mulden; meist optisch, kaum Einfluss auf Funktion und Lebensdauer.

Abfärbungen: Nicht farbechte Textilien (z.B. Blue Jeans) können auf hellen/einfarbigen Bezügen abfärben und lassen sich oft nicht rückstandsfrei entfernen.

Stoffbezüge: Unterhaltspflege und Reinigung

Regelmässig Staub, Krümel und Fussel entfernen – ideal durch Absaugen mit Polsterdüse bei geringer Saugleistung. Bei Velours und Flachgewebe weiche Bürstendüse verwenden und in Strichrichtung arbeiten, danach mit weicher Bürste abbürsten. Ab und zu mit sauberem, leicht feuchtem Tuch abwischen (hält Fasern elastisch). Keine Mikrofasertücher oder Dampfreiniger verwenden. Flüssigkeiten sofort abtupfen, nicht reiben.
Chemische Reinigung: Viele Möbelstoffe sind grundsätzlich chemisch reinigungsfähig, aber immer Herstelleranleitung beachten. Als allgemeine Methode wird Trockenshampoo grossflächig von Naht zu Naht beschrieben (bei Velours am Schluss in Strichrichtung bürsten).

Waschbare Bezüge: Nur flüssige Feinwaschmittel bzw. flüssige Neutral-/Naturseife ohne Öl und ohne Bleichmittel verwenden; Herstellerhinweise einhalten.

Kunstleder (Lederimitate)

Kunstleder unterscheiden sich stark in Qualität und Reaktionsverhalten. Viele sind empfindlich gegenüber Cremes, Pflegelotionen sowie alkoholischen oder säurehaltigen Substanzen, weil dies Weichmacher entziehen kann. Herstellerinformation und fachliche Beratung nutzen.

Leder: Grundwissen

Leder ist ein Naturprodukt. Je nach Zurichtung/Pigmentierung bleibt es mehr oder weniger atmungsaktiv und feuchtigkeitsdurchlässig. Natur- und Wachstumsmerkmale sowie Struktur- und Farbabweichungen sind materialbedingt und beeinträchtigen Wert und Haltbarkeit nicht.

Lederarten (Kurzüberblick)

Anilinleder (naturbelassen): sehr weich, warm, edel und atmungsaktiv; empfindlicher gegen Licht, Verschmutzung und Austrocknung; kann Patina entwickeln. Pflege: je nach Nutzung mindestens 2× pro Jahr, regelmässig feucht abwischen.

Semi-Anilinleder: leicht pigmentiert, gute Licht- und Reibechtheit, weniger empfindlich. Pflege: 1–2× pro Jahr; feucht abwischen.

Pigmentierte Leder und Spaltleder: strapazierfähig, weniger atmungsaktiv. Pflege: feucht abwischen; etwa 1× pro Jahr pflegen.

Spaltvelours / Nubuk-/Rau-/Veloursleder: weicher Griff, aber empfindlicher (Licht, „Speckeffekte“/Patina); vor direkter Sonne schützen.

Blankleder: je naturbelassener, desto empfindlicher; pigmentiert mit guter Lichtbeständigkeit. Regelmässige Pflege empfohlen.

Lederpflege (Praxis)

Starke Lichteinwirkung kann ausbleichen; dauerhafte Nähe zu eingeschalteten Heizkörpern trocknet Leder aus und kann es porös/brüchig machen. Abhilfe: Beschattung und gutes Raumklima/Luftbefeuchtung.
Je nach Nutzung ein- bis zweimal pro Jahr reinigen und mit passendem Lederpflegemittel gemäss Anleitung behandeln. Ganze Flächen möglichst von Naht zu Naht reinigen. Nubuk: beanspruchte Stellen mit weicher Bürste/Pad/Schaumstoffschwamm wieder aufrauen.

Bei Pflegesets: Reinigen mit Schwamm (Schaum), danach Pflege/Imprägnierung (z.B. Lichtschutz) dünn und gleichmässig verteilen.

Matratzen und Betten (Hygiene, Lebensdauer, Klima)

Matratzen regelmässig wenden und lüften; aus Qualitäts- und Hygienegründen spätestens nach ca. 7–10 Jahren ersetzen. Drehen/Wenden (je nach Modell nicht möglich) beugt Wellen- und Muldenbildung vor.
Im Schlafzimmer sollte die Luftfeuchtigkeit ca. 60 % nicht übersteigen, um Schimmel- oder Stockflecken zu vermeiden. Bettkästen brauchen ausreichende Be- und Entlüftung.

Möbeloberflächen und Bauteile (Auszug)

Acryl (oft Hochglanz): keine Mikrofasertücher verwenden; Herstellerangaben beachten.
Aluminium: nur weiche, kratzfreie Tücher; keine alkalischen oder säurehaltigen Mittel.
Belastbarkeiten: Maximalbelastungen von Hängeelementen, Einlegeböden, Schubkästen etc. einhalten; fachgerechte Wandbefestigung sicherstellen.

Massivholz: Was „normal“ ist

Massivholz arbeitet: Risse, Schwund und Verziehen sind natürliche Eigenschaften. Es dehnt sich bei hoher Luftfeuchtigkeit aus und schwindet bei trockener Luft (typisch im Winter). Dadurch können Türen/Schubkästen schwergängiger werden oder Flächen sich leicht wölben. Bei Funktionstischen sind absolute Bündigkeit und perfekte Plattenübergänge nicht immer möglich; leichte Versätze/Wölbungen können materialtypisch sein.

Elektrostatische Aufladung (knisternde Entladungen)

Elektrostatische Aufladung entsteht oft durch zu trockene Luft (v.a. Winter) und synthetische Materialien (Teppiche, Textilien, Kleidung, beschichtete Oberflächen). Prävention: 40–55 % Luftfeuchtigkeit und 18–23 °C. Kurzfristig hilft feuchtes Abwischen und das Befeuchten bzw. Feuchtreinigen des Bodenbelags sowie regelmässiges Stosslüften; Pflanzen oder Luftbefeuchter können unterstützen. Ein absolut sicherer Schutz ist nicht dauerhaft möglich; gilt als warentypisch.